Duhnen - Aktuell

Neuregelung der Kurtaxe ab dem 01.01.2010

 

Mit der Neufassung der Tourismusbeitragssatzung der Stadt Cuxhaven vom 03.09.2009 ist das Recht zur Erhebung eines Kurbeitrages auf die Stadt Cuxhaven übergegangen.

 

Hierdurch ergeben sich für die Gäste in Cuxhaven folgende Änderungen (Auszugsweise):
 

Beitragshöhe in Saison I:   € 1,70 pro Tag und Person
Beitragshöhe in Saison II:   € 2,70 pro Tag und Person

 

Diese neuen Saisonzeiten beziehen sich nur auf die Erhebung des Kurbeitrages.
Für die Gestaltung der Zimmerpreise in den Hotels gelten die bekannten Regelungen

 

Die Einzugsberechtigung und die Abgabeverpflichtung obliegt den Hotels.

 

Aktuelle Informationen zum Thema der Wattverschlickung vor Duhnen

 

(entnommen einem Schreiben der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH (NC) vom 22.05.2009 an die Mitglieder des Verkehrsvereines)

 

Schlickbildung im Watt ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches und Bestandteil des komplexen Ökosystems Wattenmeer. Was wir jedoch hinterfragen müssen, sind die Ursachen, die zu dieser Zunahme an Schlickmengen führten und welche Möglichkeiten bestehen sie wieder zu beseitigen, weil wir eine derartige Situation in den Sandwatten vor Duhnen bisher nicht kannten. Da sich das Schlickproblem aufgrund seiner Komplexität kurzfristig nicht lösen lässt, wird es entscheidend auch darauf ankommen, wie Sie persönlich damit umgehen und Ihre Gäste darüber informieren. Die nachfolgenden Informationen sollen Ihnen deshalb dabei helfen, Ihre Gäste verständnisvoll auf die neue Situation einzustellen und auf ihre Fragen antworten zu können:



Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer

Grundsätzlich ist es so, dass in unserem komplexen Ökosystem auch der Lebensraum Wattenmeer ständigen Veränderungen unterworfen ist. Ein „natürliches Phänomen“ des Wattenmeeres ist z. B. die sich ständig verändernde Bildung von Schlickfeldern. Unter Schlick verstehen wir den feinkörnigen Meeresschlamm mit einem hohen Anteil an organischem Material mit hohem Wassergehalt, der sich in strömungsberuhigten Bereichen ablagert. Übrigens verfügt Schlick über eine hohe Konzentration an Mineralsalzen. Damit hat er eine gesundheitsfördernde Wirkung und wird in speziell aufbereiteter Form auch als Heilmittel angewandt.



Sand-, Misch- und Schlickwatt

Beim Watt unterscheidet man grundsätzlich zwischen Sand-, Misch- und Schlickwatt. Die Einteilung in die drei verschieden „weichen“ Wattsorten geschieht nach der Korngröße des Bodens, und hängt unmittelbar mit der Strömung zusammen. Je weniger stark die Strömung ist, desto kleinere Partikel sinken zu Boden. Beim Sandwatt, wie wir es in der Regel vor Duhnen gewohnt sind, besteht ein Großteil des Watts aus besonders gut begehbarem Untergrund. Das Sandwatt weist ein grobkörniges sandiges Sediment auf. Der Gehalt an organischer Substanz und Wasser ist sehr gering. Anders hingegen das Schlickwatt. Es besteht aus sehr feinem Sand und hat hohe Anteile an organischer Substanz und einen hohen Wasseranteil von 50 bis 70 %. Das dunkle oder schwarze Schlickwatt ist eigentlich biologisch besonders wertvoll. Wegen des hohen Bodenwassergehaltes sinkt man jedoch leicht ein.



Vermehrte Schlickablagerungen im Duhner Sandwatt

Seit Winter 2007/2008 beobachten wir im Duhner Bereich die Bildung einzelner Schlickfelder, die sich in der Zwischenzeit weiter ausgedehnt haben. Der Schlick sammelt sich unweit des Strandes im Bereich der Buhnen zwischen Duhner Anwachs und Strandgaststätte Behrens auf einer Küstenlänge von rund 2500 Metern und reicht etwa 50 bis 100 Meter ins Watt. Die Mächtigkeit der flächendeckenden Schlickfelder variiert von knöchel- bis maximal wadenhoch in der Regel zwischen 10 bis 30 cm. Punktuell kann es jedoch zu Ablagerungen bis zu 60 cm Tiefe kommen. Der Schlick sammelt sich in der Regel zwischen Strandfuß und erster Sandwattaufwölbung.



Aufgrund der Unklarheit über die Ursachen, die zur Bildung der Schlickfelder führen, hat die Stadt Cuxhaven das Umweltministerium als zuständige Behörde für den Nationalpark Wattenmeer um Unterstützung bei der Klärung gebeten. Der Umweltminister hat daraufhin seinen Landesbetrieb Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Forschungsstelle Küste, mit der weiteren Ursachenforschung beauftragt.


Ergebnisse der Untersuchung

Das von der Forschungsstelle Küste jetzt vorgelegte Gutachten, eine „Pilotstudie zur Ursachenabschätzung“ der „Verschlickung im Bereich des Duhner Watts“, stellt hierzu nun grundsätzlich fest, dass der Bau des Leitdamms Kugelbake, durch den der Sedimenteintrag in das Elbefahrwasser reduziert und der Aufwand für die Unterhaltungsbaggerungen zur Stabilisierung der Fahrwasserverhältnisse gesenkt werden sollen, seit 1966 zu erheblichen „morphologischen Anpassungsprozessen“ in den Wattgebieten vor Cuxhaven geführt hat. Die durch den Bau im Bereich des Dammes bewirkte Sedimentation „hat zu einer weitgehenden Umstellung bei der Füllung und Entleerung der Watten zwischen Kugelbake und Sahlenburg geführt“. Dadurch ist „ das Einschwingen von Seegang in diesem Bereich über Priele nunmehr weit weniger möglich als früher“. Die geringere Kapazität des Seegangs führt jedoch dazu, dass es nicht mehr in ausreichendem Maße gelingt, die vorhandenen Sedimente (Schlickablagerungen) in Schwebe zu bringen, um sie auch „bei geringen Tidestromgeschwindigkeiten nach Tidehochwasser“ auf natürlichem Wege wieder seewärts zu transportieren. Inwieweit die Verklappung der riesigen Mengen an Baggergut vor der Küste oder an der Kugelbake zu einem erhöhten Sedimenteintrag in die Wattgebiete geführt haben könnten, wurde in der Studie nicht explizit erörtert. Es wurde jedoch grundsätzlich auch nicht ausgeschlossen, dass unter obigen Voraussetzungen die Ablagerung von Schlick gefördert wird, „wenn ein zusätzliches Dargebot an Feinsedimenten besteht.“



Vereinfacht ausgedrückt führte also der Leitdammbau langfristig zu einer Verlandung der Priele und einer Auflandung des Wattgebietes vor der Küste Cuxhavens, wodurch sich der Seegang so verringert, dass die eingetragenen Schlickablagerungen nicht wie früher wieder durch die natürliche Strömung seewärts transportiert werden.



Abschließende Handlungsempfehlungen zur Beseitigung oder Verhinderung der Schlickablagerungen wurden in dem vorliegenden Gutachten nicht gegeben. Unter dem Hinweis, dass „die Prognose der zukünftigen Entwicklung im Bereich des Duhner Watts mit großer Unsicherheit behaftet ist“, wurden weitergehende Untersuchungen zu den ursächlichen Auswirkungen des verringerten Seegangs empfohlen, um anschließend „bei Feststellen signifikanter Unterschiede im Seegangsklima“ zu untersuchen, ob durch eine Kronenabsenkung des Leitdamms „eine Umgestaltung des Prielsystems bewirkt werden kann, die wieder einen stärkeren Energieeintrag in das Duhner Watt ermöglicht.“




Maßnahmen der NC zur Schlickproblematik

Die Ferienzeit steht unmittelbar bevor und Einbußen der Tourismusattraktivität Cuxhavens sollen weitestgehend vermieden werden. Deshalb können wir natürlich nicht untätig bleiben, bis uns weitere Gutachten zur Klärung der Ursachen und geeignete Handlungsempfehlungen vorliegen. So haben wir zunächst nachfolgende Sofortmaßnahmen ergriffen:



Warnhinweise
Um unserer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, haben wir an jedem Strandeingang auf die Schlickfelder hingewiesen und um Verständnis bei den Gästen gebeten.



Wattzugänge
Weil eine kurzfristige Entfernung des Schlicks unmöglich ist, haben wir entlang des Duhner Strandes zwischen den Schlickfeldern nach problemlosen Zugängen zu den festen Sandwatten gesucht und diese ausgewiesen. Da sich die Lage der Schlickfelder jedoch laufend verändert, sind unsere Schwimmmeister angewiesen, ständig die Lage der Zugänge zu überprüfen und falls erforderlich anzupassen. In Zugangsbereichen, wo wir die Querung von Schlickfeldern für erforderlich hielten, haben wir in Ausnahmefällen durch Sandanfuhr zusätzliche Überwegungsdämme geschaffen, die allerdings aufgrund der ständigen Überflutung in gewissen Zeitabständen der Erneuerung bedürfen.



Absperrung von tieferen Schlickfeldern
Die Schlickfelder weisen in der Regel eine Tiefe von 10 bis 30 cm auf und lassen sich problemlos durchwaten. In Ausnahmefällen sind jedoch auch Tiefen bis 60 cm möglich. Diese Schlickfelder haben wir mit Pricken gekennzeichnet und die Gäste auf Warntafeln gebeten, diese Felder zu umgehen.



Informationen für Strandkassierer und Strandkorbvermieter
Die Strandkassierer und Strandkorbvermieter haben wir über die derzeitige Situation informiert und angehalten, bei den Gästen um Verständnis für die besondere Situation zu werben. Insbesondere ältere Gäste und Familien mit Kindern sollen darauf hingewiesen werden, bei beabsichtigten Wattwanderungen die ausgewiesenen Wattzugänge zu nutzen.

Rettungsstation DuhnenUnsere Rettungsstation in Duhnen überwacht tagsüber mit Hilfe einer Radaranlage das Wattgebiet. Unsere Mitarbeiter sind dort unter der Tel.: 04721/4 83 38 zu erreichen. Für Notfälle steht außerdem grundsätzlich der Notruf 112 zur Verfügung.